DOKUMENTATION DER BONSAISAMMLUNG



Den folgenden Artikel hat uns vor über 20 Jahren (irgendwann zwischen 1985 und 1989) ein lieber Bonsai-Freund und Ehrenmitglied des BONSAI CLUB TIROL, Deomund Aglibut, zusammengestellt. Damals natürlich noch in Papierform!

Originaltext von Deomund Aglibut im Jahre 1989:

Neben Scheren, Zangen und den vielfältigen Werkzeugen für die Bonsai-Gestaltung sollten die Kamera und das Tagebuch nicht fehlen. Diese dienen in erster Linie der Dokumentation: sie schärfen aber auch den Blick auf das Wesen von Bonsai und vertiefen das Verständnis für die Dimension ZEIT, die der Bonsai-Kunst eigen ist.

Ein Vorschlag für das Tagebuch ist das lose Blatt. Beiliegend ein Beispiel, das aus zwei Blättern besteht. Die erste Seite beinhaltet die Stammdaten zur Zeit der Aufnahme der Pflanze in die Sammlung. Die zweite - und folgende - Seite ist für die Eintragungen danach. Wer mit diesem Vorschlag zufrieden ist, könnte seinen Namen gleich oben links bei "Sammlung" schreiben bevor die Blätter vervielfältigt werden.

Dazu einige Bemerkungen:
  • Der botanische oder wissenschaftliche Name sollte peinlichst genau festgestellt werden.
  • Unter "Sonstiger" Name könnte die japanische, englische, u.a. Bezeichnung festgehalten werden, was bei fremdsprachiger Literatur hilfreich sein kann.
  • "Herkunft": entweder Selbstgestaltung, Name und Adresse einer Kaufquelle, Ort des Fundes, ob importiert, usw. Falls gekauft, der Preis.
  • Falls die Pflanze ein bereits gestalteter Bonsai ist, wäre Name des Gestalters und Datum der Gestaltung interessant. Lieber das Datum und nicht Alter festhalten, damit die Gültigkeit von Jahr zu Jahr bleibt.
  • Entwicklungsstadium, Allgemeiner Zustand und Ausgangsmaterial sind sicher nach Jahren von hohem Interesse.
  • Entstehungsjahr ("Geburtsjahr") der Pflanze neben dem Gestaltungsjahr sind wichtige Informationen, sollten aber dem "visuellen Alter" untergeordnet bleiben.
  • Zur Masse (Grösse): Die Höhe wird von Erdoberfläche zur Spitze gemessen. Bei Mehrstämmigen Bonsaiformen wird der Hauptstamm gemessen.
  • Fotos möglichst jährlich und vor wie nach jeder grösseren Behandlung.

Neben dem dokumentarischen und dem erzieherischen Wert der Buchführung bietet das Tagebuch auch Freude und Befriedigung. Man wird leichter einen Blick zurück werfen können und feststellen, wie mühsam der Weg war und wie weit man bereits gekommen ist. Und falls man dazu auch fotografiert oder zeichnet, dann verschmelzen mehrere Künste zu einem eigenen Erlebnis zusammen.

Dazu uns allen VIEL ERFOLG!





Heute werden solche Dokumentationen natürlich am PC gemacht und elektronisch archiviert. Doch man kann ohne Weiteres diesen Vorschlag heute noch sinngemäss mit den neuen technischen Mitteln 1:1 umsetzen.

Es würde mich - und sicherlich auch unseren Deomund, (der heute leider weit weg von uns, im Burgenland lebt) - freuen, wenn Bonsaienthusiasten durch diese Zeilen neue Anregungen bekommen haben.

BONSAI kaufen in Tirol

Immer wieder stellt man uns als Mitglieder des BONSAI CLUB TIROL diese Frage:

WIE KOMME ICH IN TIROL ZU EINEM BONSAI ????

Fast alle Clubmitglieder machen Bonsai nur zur eigenen Freude und für sich selbst. Daher wird selten jemand aus dem Club einen Baum verkaufen.

Die jahrelange Pflege und die damit gewachsene Verbundenheit mit seinen Bäumen, sowie miterleben zu können, wie die eigenen Bonsai mit den Jahren immer schöner werden, verhindert meist einen Handel mit seinen Bonsai.

Wo bekommt man dann wirklich in Tirol oder in unmittelbarer Nähe einen "brauchbaren" Bonsai?

1) eher abzuraten: (billig, aber mindere Qualität)

Gelegentlich gibt es in den verschiedensten Pflanzenzentren auch Bonsai angeboten. Diese haben meist nichts mit unserem Begriff von Bonsai zu tun, sondern sind lediglich klein gehaltene Pflanzen, die in einer billigen chinesischen Schale stehen. Diese Pflanzen sind sehr preiswert und können daher nur als "Übungspflanze" verwenndet werden, um vielleicht überhaupt einmal ausprobieren zu können, ob man in der Lage ist, eine Pflanze über einen längeren Zeitraum am Leben zu erhalten oder zu sehen wie die Pflanzen auf bestimmte Pflegemassnahmen reagieren. Gänzlich abzuraten ist von "Baumarkt-Bonsai" die billigst als Massenware angeboten werden. Diese stehen meist in einer bereits steinharten Lehmmasse und haben schon alleine dadurch keine grossen Überlebens-Chancen.

2) eingeschränkt empfehlenswert: (günstig, aber Geschmackssache)

Mir sind derzeit in Tirol 2 Gartenzentren bekannt, die Bonsai regelmässig in ihrem Sortiment haben. Die Bonsai, die man dort findet sind meist importierte Ware aus China oder auch aus Japan. Meist handelt es sich um sogenannte "Indoor"- oder "Zimmer"-Bonsai, also um Pflanzen, die in unseren Breitengraden in der kalten Jahreszeit im Zimmer stehen müssen. Seltener aber manchmal auch, sind "Freilandbonsai" (also Bonsai, die bei uns auch ganzjährig im Freien stehen können) zu finden.

Die Preise dort sind zwar meist angemessen - Die Pflanzen muss jeder für sich beurteilen, was ihm gefällt.

Diese Gartenzentren sind:


SEIDEMANN BLUMENPARK in Kematen und





HÖDNERHOF in Ebbs und Volders (bzw. Mils)

3) empfehlenswert:
(gehobene Preisklasse, aber angemessen - Gute Ware)
Selbstverständlich ist für denjenigen, der für sich oder für Freunde/Bekannte einen schönen Bonsai kaufen will, der beste Weg zum BONSAI-FACHHÄNDLER.
Solche gibt es allerdings nicht in Tirol, sondern nur im benachbarten Ausland.
Dort erhält man beste Qualität und dazu noch fachmännisch-korrekte Beratung (was leider in so manchen Gartencentern und/oder sonstigen Händlern naturgemäss nicht der Fall ist)

Folgende Fachhändler in unserer Nähe können empfohlen werden: (aufgelistet nach Entfernung von Innsbruck)

Auer Othmar
Bonsai- und Gartengestaltung in I-39040 Neustift/Vahrn in Südtirol, Pustertalerstrasse 2/2, Tel. Nr.00393355884464, e-Mail: info@bonsai-auer.com
Homepage: http://www.bonsai-auer.com/

Gerhard Vorderwülbecke
Bonsaigestalter und -händler in D-94419 Reisbach in Bayern, Frontehausenerstrasse 13, Tel.Nr. 00498734937378, e-Mail: gv-bonsaipassion@online.de
Homepage: http://www.bonsaipassion.de/

Walter Pall
Bonsaigestalter und -händler in D-82544 Egling-Attenham, Sonnenhamer Str. 6, Tel.Nr. 0049-8176-455, e-Mail: bonsai@walter-pall.de , Homepage: http://www.walter-pall.de/


Das Produktangebot umfasst bei diesen 3 Händlern alles was das Bonsaiherz begehrt:
Zimmer- und Freilandbonsai, Bonsaischalen in allen Qualitätsstufen, Bonsaiwerkzeug und mehr...


Zum Abschluss noch ein Rat:Wenn man Bonsai verschenken möchte, sollte man sehr genau überlegen, ob der Beschenkte auch die Zeit aufbringen kann bzw. auch möchte, dieser Pflanze fast täglich die Aufmerksamkeit (Pflege, giessen, düngen, schneiden.....) zu widmen, die notwendig ist, um die Gesundheit und auch den Qualitätsstand zu halten.

Sollten noch Fragen offen sein, dann wendet euch an eine(n) unserer Ansprechpartner

WALTER PALL - Baumbesprechung

WALTER PALL - Bonsai-Video
Baumbesprechung anläßlich des Spätsommertreffens bei Walter Pall in Attenham 2007.

Walter Pall ist gebürtiger Tiroler und seit vielen Jahren auch Ehrenmitglied des BONSAI CLUB TIROL und ist mittlerweile weltweit bekannt als aussergewöhnlicher Bonsai-Gestalter, der nicht nur gestalterische Fähigkeiten hat, die er sich in sehr vielen Jahren erworben hat, sondern der auch die Fähigkeit hat, seine Philosophie und seine Anschauungen sehr effektvoll und "volksnah" (besonders im Bayerischen und Tiroler Raum) an den Mann bzw. an die Frau bringt. Seine erfrischende Art, sich dem Thema Bonsai zu nähern, wird eindrucksvoll in diesem Video unter Beweis gestellt.
Weitere Infos über Walter Pall: ==> deutsche Webseite oder englische Webseite (neu)

BEISTELLPFLANZEN

Beistellpflanzen verwendet man bei Bonsaiausstellungen, um den ausgestellten Bonsai in seiner Aussagekraft bei der Präsentation zu unterstützen.
Beistellpflanzen sind neben Bonsai bei manchen Liebhabern ein begehrtes Sammelobjekt.
Die Zusammenstellung und Pflege von solchen Pflanzen ist eine eigene Kunst.
Wolfgang Putz ist mittlerweile nicht nur in Europa, sondern auch international bekannt für seine aussergewöhnliche Beistellpflanzensammlung. Wolfgang Putz kennt nicht nur jede einzelne seiner Pflanzenarten nach seiner botanischen Bezeichnung, er kennt auch die individuellen Pflegebedürfnisse aller seiner Pflanzen perfekt.
Auf seiner Homepage, die übrigens eine der interessantesten, informativsten und abwechslungsreichsten Webseiten in Sachen Bonsai in Europa ist, findet man auch Wissenswertes über Beistellpflanzen.
Weitere interessante Hinweise auf Beistellpflanzen in Form von Grasbonsai findet man auf der Homepage von Fritz Baier

VIRTUALS

VIRTUALS....
...sind digitale Bilder, die am Computer rein durch DV-technische Bearbeitung verändert werden. Hierzu ist ein Fotobearbeitungsprogramm mit den Minimal-Funktionen notwendig. Für aufwendigere Arbeiten ist natürlich ein entsprechend teureres Programm notwendig.
Bei BONSAI verwendet man diese Technik um vorhandenes Rohmaterial (z.B. Yamadori, oder Baumschulware) fototechnisch so darzustellen wie es eventuell in Zukunft gestaltet werden kann oder soll. Auch bereits vorgestaltetes Material kann so nachbearbeitet werden und dem Besitzer neue Gestaltungsideen bringen. Nicht immer kann auch in natura die Umsetzung so stattfinden wie sich der "Zeichner" dies vorstellt, da man ausschliesslich von den Bildern nicht exakt die Ausgangslagen der Äste bestimmen lassen.
Es ist für den Rohmaterialbesitzer eine Hilfe für seine Gestaltungsarbeiten. Es ist aber auch für den Virtual-Zeichner auch eine sehr lehrreiche Auseinandersetzung mit den Gestaltungs-Grundregeln in der Bonsaikunst und hilft ihm zum besseren "Sehen".
In einschlägigen Internet-Foren wird diese Technik als gegenseitige Hilfe gerne verwendet (Siehe Link-Seite)
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Wacholder von Albin Painer:



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Wacholder von Andrea Pescoller:


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Japan Bergahorn von Albin Painer
"Wie entsteht ein Virtual"

Eigentlich ist dies mehr eine Zeichnung, da die Zweige und die Blätter zwar auch digital, hier jedoch mit Hilfe eines Zeichentablettes gemacht wurden. "Echt" ist hier eigentlich nur der Stamm und die Schale.
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Gleiches Ausgangsmaterial muss nicht immer zum gleichen Ergebnis führen:


Bonsai Tisch von Sepp Hofer

BONSAI TISCH
von
SEPP HOFER
Ich war immer so erstaunt, dass bei Demos und in Bonsaizeitschriften das Kippen immer so improvisiert mit Keilen und Bierkisten bewältigt werden musste. Ich dachte darüber nach und baute mir dann folgende Konstruktion, die leicht von jedem Bastler selbst hergestellt werden kann.
Auf einen Drehteller montierte ich 3 Holzbretter mit Scharnieren so, dass in 3 verschiedenen Richtungen gekippt werden kann. Die 4. Kipprichtung erreicht man durch Drehen des Tellers.
Kugelgelagerte Drehelemente bekommt man in der Beschlägeabteilung einer Eisenwarenhandlung.
5 verleimte Tischplatten lässt man sich im Baumarkt in der gewünschten Größe zuschneiden und nimmt gleich ein Stück Holzleiste mit. Von dieser schneidet man 4 kleine Stücke herunter und befestigt sie als Füße mit etwas Leim und einem Nagel oder versenkten kleinen Schrauben auf der Unterseite der ersten Platte. Auf dem obersten Brett montiert man auf die gleiche Weise 4 Leisten, wie auf dem Foto ersichtlich, dass die Bonsaischale beim Kippen nicht abrutschen kann. An den Ecken lässt man eine Lücke, damit Wasser bzw. Schmutz leichter entfernt werden kann.
Nun schleift man alles, auch die Kanten, mit feinem Schleifpapier oder dergleichen ab und lackert das ganze. Nach dem Trocknen schleift man nochmals alle Flächen und Ecken glatt und lackiert ein zweites Mal. Jetzt kann es an den Zusammenbau gehen!
Man fixiert vorerst nur mit 2 Schrauben das Drehelement. Es ist wichtig, dieses ganz zentriert zu montieren, da sonst der Teller beim Drehen eiert. Dann bohrt man durch eines der Löcher des Drehelements fürs Gegenbrett ein Loch, löst das Drehelement wieder herunter, um das gebohrte Loch mit einem großen Bohrer erweitern zu können, damit man die Schrauben für das Gegenbrett mitsamt dem Schraubenkopf leicht durchstecken kann. Man befestigt nun wieder das Drehelement mit den Schrauben in den vorherigen Löchern und dreht nun auch die restlichen Schrauben hinein.
Nun schraubt man das Gegenbrett an und steckt dazu die erste Schraube durch das erweiterte Loch, steckt die nächste Schraube hinein und kann so der Reihe nach alle Schrauben durch das gleiche Loch hineinschrauben. Damit ist der Drehteller fertig.
Jetzt wird an der Schmalseite der 3. Holzplatte das Scharnier montiert. Ich verwende dazu ein sogenanntes Klavierband, das man jeweils in passender Länge abschneiden kann und zwar 2-3 mm kürzer als das Brett. (Natürlich kann es auch ein anderes Scharnier sein.) Es ist zweckmäßig, dieses, wie auf dem Foto ersichtlich, zu versenken mit einem Hobel oder einer Fräse, die ja viele Bonsaianer haben. Wer dazu handwerklich nicht in der Lage ist, müsste auf der Gegenseite als Ausgleich ein Stück dünne Holzleiste, Plastik oder Karton anbringen. Wenn man das Ausfräsen vor dem Anstreichen macht, wird auch diese Stelle mitlackiert. Nun schrauben wir das Scharnier des 3. Brettes an den Drehteller. Jetzt kommt das 2. Scharnier an die andere Schmalseite zwischen drittem und viertem Brett und dann das Dritte zwischen eine Längsseite des vierten und fünften Bretts.
Zum Abschluss drehen wir jetzt an 3 Seiten einen Holz- oder Metallknopf in das dritte, vierte oder fünfte Brett (siehe Foto), damit man den Kippteller je nach Bedarf heben kann, um einen Keil unterzulegen.
Damit ist der Sepp HOFER Dreh- und Kippteller fertig. Wer aber extremste Kippgestaltungen (über 45 Grad) machen möchte, kann in das zweite Brett, wie auf dem Detailfoto, noch einige Schrauben hineindrehen, an denen man die Schale mit Bonsaidraht befestigen kann.


Von der Firma Wolfcraft gibt es im Baumarkt einen praktischen Rollbock. Die Rolle lässt sich mit einer Schraube entfernen. Wenn man sich einen Anschluß für den Bonsaitisch macht, oder machen lässt, hat man einen stabilen zusammenklappbaren, schnell in die Höhe verstellbaren Ständer.

Sepp Hofer
Bonsai-Club Tirol

BONSAI AUF WIKIPEDIA


BONSAI-LEXIKON

Akadama... ist ein braun Lehmgranulat, das aus Japan importiert wird. Dieses Granulat wird durch abgebaut und in der Sonne getrocknet. Akadam eignet sich bestens für “alle” Arten von Bonsai
Aioi
... Doppel bzw. Zwillingsstamm
Ashi
... sind die Füsse einer Bonsaischale
Akamatsu
... Japanische Rotkiefer
Arakawa
... beschreibt eine grobe bzw. borkige Rinde
Arboretum
... Ein Ausstellungsbereich für Bonsai und alles was dazu gehört.
Ast
... ist ein verholzter (ausgehärteter) Trieb
Auge
... ist eine Knospe, die die Basis für einen Ast bildet.
Bankan
... ist ein extrem geschungener Stamm.
Bonkei
... ist eine Miniaturlandschaft.
Bonsai
... bedeutet Baum in der Schale bzw. auf einem Tablett
Bunjin–gi
... ist eine Gestaltungsform, wobei der Stamm eher dünn, dafür aber mit markanten Kurven und nur im oberen Teil mit einer spärlichen Krone. Kaum eine Bonsaiform ist so minimalistisch und doch so aussagekräftig.
Chokkan... Steng aufrechte Gestaltungsform.
Chumono... ist die Bonsaigröße von 40cm bis ca. 100cm.
DAI_SHAKKAN
... ist ein Gestalungsstiel mit einem extrem geneigtem Stamm
Eda... Ast
Ezomatsu
... Ajanfichte
Fukinagashi
... ist eine windgepeitschte Form.
Futokoro–eda... ist ein Ast eines Bonsai
Gobo-ne... ist eine Pfahlwurzel.
Go-kan
... ist ein Bonsai mit fünf-fach Stamm.
Goyomatsu
... Japanische Mädchenkiefer
Ha zashi
... wird der Blattschnitt genannt.
Hige ne
... sind die feinen- und Feinstwurzeln.
Han–kengai
... ist eine Halbkaskade. Der Unterschied zur Kaskade ist, daß die Krone nicht tiefer als bis zum Schalenanfang reicht.
Hinoki
... Zypresse
Honbachi
... Bonsaischale
Hokidachi
... wird die klasische Besenform genannt.
Ichii
... Eibe
Ichino-eda
... ist der erste wichtige Ast
Ikadabuki
... wird eine Floßform bezeichnet.
Ishitsuki
... die Felsenform. Ein oder mehrere Bonsai sind auf einem Felsen gepflanzt.
Jin
... ist ein abgestorbener und entrindeter Ast. Als Jin bezeichnet man auch eine abgestorbene Rinde. Diese Gestaltungsmethode findet man hauptsächlich bei Nadelhölzern.
Ju sei
... ist das Wachstum eines Bonsai
Jushin
... ist die Spitze eines Bonsai.
Kubudachi... ist eine Gestalungsform. Eine oder mehrere Stämme wachsen aus einer gemeinsamen markanten Wurzel.
Karin
... Scheinquitte
Karikomi
... ist das Beschneiden der Blätter und Zweige.
Katade-moche... ist die Bonsaigröße zwischen 20 und 40cm.
Kasa-zukuri... Schirmform
Kanju
... ist laubwerfende Bäume
Kengai... ist eine Kaskade. Die Baumkrone reicht bis unter die Schale.
Kaede... Dreispitzahorn
Kaido... Zierapfel
Keto
... Eine Erdmischung, die sich speziell für Felspflanzungen oder Tablettpflanzungen eignet.
Kokejun
... ist ein Stamm, der sich deutlich zur Spitze hin verjüngt - ein wichtiges Merkmal für einen Bonsai.
Korabuki... dieser Form besitzt einen Wurzelanstatz wie ein “Schildkrötenpanzer”.
Kusuri-mono
... ist eine glasierte Bonsaischale
Kuromatsu... Japanische Schwarzkiefer
Meiboku
... ist ein Bonsai hohem Alters.
Mame... ist die kleinste Bonsaigröße bis ca. 10cm Höhe - reine Baumhöhe - ohne Schale.
Mae–eda
... vorderer Ast eines Bonsai.
Miki... Stamm
Misho
... ist aus Samen aufgezogen.
Misho momo... ein aus Samen aufgezogener Bonsai
Mizu-gire
... Wassermangel.
Me–kiri
... bezeichnet man das Pinzieren (ausgewältes auszupfen) der neuen Triebe.
Me–tsumi
... ist das auszupfen der Blätte - auch Nadeln.
Mochi–komi... ist eine der höchst erreichbaren Kultivierungsstufen. Diese wird aber erst nach jahrelanger(jahrzentelanger) Kultivierung erreicht.
Momiji
... ist ein japanischer Fächerahorn.
Moyogi
... lockere, freie und aufrechte Gestalungsform.
Neagari... ist die Gestalungsform mit freiliegenden Wurzeln. Sie wirken, als ob sie ausgespült worden wären(Stelzenform).
Nebari
... ist der Wurzelbereich eines Bonsai. Das Nebari ist der Teil der oberirdischen und sichtbaren Wurzeln bis zum Stammanstatz. Ein ausgeprägtes und regelmäßiges Nebari ist das schönste, was es gibt
Nejikan
... ist eine Gestalungsform mit gedrehten Stamm.
Ni–no–eda
... ist der zweite Ast eines Bonsai
Ne zashi
... Wurzelschnitt
Nishiki
... ist die Kordinde bei einem Ahorn oder Schwarzkiefer
Oyaki
... ist die Mutterpflanze, von der abgemoost wird.
Sabamiki
... ist ein ausgehölter oder auch “zerrisserner” Stamm. Diese Technik wird oft zum “altern” eines Bonsai verwendet - auch hier wieder hauptsächlich Nadelhölzer!
Sabi
... ist ein Ausdruck für die Reife und Schönheit eines Bonsai.
Saikei
... ist eine Landschaftsgestaltung, die eher realistisch dargestellt wird.
Sakura
... Kirsche
Sankan
... Dreifachstamm
San-no-eda
... Dritte Ast eines Bonsai
Sashi-ho
... Steckling
Sashi-eda... wichtigeste Ast eines Bonsai - auch Hauptast genannt.
Satsuki
... Azalee
Shari
... ist ein abgeschälter und abgestorbener Bereich des Stammes.
Shohaku
... Nadelgehölze auf Coniferen genannt.
Shin
... ist eine schlanke und aufrechte Gestaltungsform
Soro
... Buche
Shohin
... ist die Bonsaigröße bis ca. 20 cm - reine Baumhöhe - ohne Schale.
Sokan
... Doppelstamm
Sugi
... Japanische Sicheltanne
Suiban
... wird für die Präsentation von Suiseki verwendet - eine flasche Schale, meinst mit Sand oder feinem Kies gefüllt.
Suiskeki... ist ein Stein mit besonderer Ausstahlung. Es können verschiedenste Motive darin erkannt werden oder auch eine Landschaft darstellen.
Tachiagari... ist der untere Teil des Stammes - vom Wurzelansatz bis zum ersten Ast. Dieser Bereich ist auch besonders wichtig!
Tokoname
... ist die Töpferstadt in Japan.
Toriki
... ist ein Bonsai, der durch abmoosen gewonnen worden ist.
Tsugi ki
... ist der Vorgang des Veredeln oder Pfropfen.
Tokonoma
... ist ein Austellungsraum im Haus. Die Tokonoma dient zur Präsentation der Bonsai im inneren des Hause.
Tosho
... Igelwacholder
Uke-eda... Gegenast
Ume
... Aprikose
Ura-eda... Rückseitenast eines Bonsai.
Yamadori
... ist ein Baum, der aus Natur ausgegraben wird. Ein Yamadori ist von Wind und Wetter schon bearbeitet worden und eignet sich bestens für das gestalten eines Bonsai.
Yose-ue
... wird eine Waldform bezeichnet. Auch hier gilt, wie immer - eine ungerade Anzahl von Stämmen wirkt interessanter.

PINZIEREN VON LÄRCHEN UND BUCHEN

Pinzieren von Lärchen:

Bild 1

zeigt die Möglichkeiten zum unterschiedlich starken pinzieren:

Pinzieren bis Punkt A) wenn nur mehr eine Feinverzweigung aufgebaut werden muss.

Pinzieren bis Punkt B) oder bis C) wenn hier noch ein kleiner Ast vorgesehen ist

Kein Pinzieren wenn Wachstum gefördert werden soll – hier entstehen jedoch grosse Internodien

Natürlich kann auch auf diese Weise das unterschiedlich starke wüchsigkeit bei Lärchen ausgeglichen werden (stark wüchsige Teile stärker pinzieren / schwach wüchsige Pflanzenteile schwächer pinzieren)

Bild 2

schwächer entwickelter Langtrieb / oder erst neu entstandener Langtrieb.

Schwache Langtriebe, die nicht pinziert werden, haben ähnliche Wirkung wie ein Pinzieren bis zum Punk A) oder B)


Bild 3


Hier sieht man gut 2 Kurztriebe und beim Langtrieb auch sehr gut die neuen Knospen für die nächste Verzweigung (meist erst fürs nächste Jahr)
Pinzieren von Buchen:

Bild 1

Dies ist gerade noch ein guter Zeitpunkt zum Pinzieren





Bild 2
Wenn die Knospe noch so geschlossen ist, kann man zwar, wenn man die Technik kennt, auch schon pinzieren, aber es ist etwas schwieriger!



Bild 3

Dieses Entwicklungsstadium der Knospe ist optimal zum pinzieren!




Bild 4

Man nimmt die Knospe zwischen die Finger - aber nur die Blätter an der Spitze - und biegt sie so zurück, dass ein oder zwei Blätter verbleiben. Wenn man es richtig macht (geht fast eh nur in einer Richtung) dann brechen die gewünschten Teile leicht ab und der Rest bleibt unverletzt.

Bild 5

Dieser Zeitpunkt ist absolut zu spät zum Pinzieren.

Man kann aber sehr wohl zu diesem Zeitpunkt auch noch schneiden, damit hat man aber nicht mehr den positiven Effekt dass sicht die Internodien kürzer entwickeln.